|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
153 · Thanners neuer Job
22.12.1991
Eberhard Feik (Hauptkommissar Christian Thanner) · Peter Borgelt (Hauptkommissar Peter Fuchs) · Andreas Schmidt-Schaller (Oberkommissar Thomas Grawe)
Bildkommentar bei Maus-Berührung
Bild-Quelle: Screenshot aus obigem Film. · ©: MDR, NDR, RBB. [Mehr]
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
>
 |
 |
 |
 |
| Regie |
Bodo Fürneisen |
| Buch |
Veith von Fürstenberg |
| Vorlage |
|
| Kamera |
Werner Helbig |
| Schnitt |
Renate Müller |
| Musik |
Hartmut Behrsing · Rainer Oleak · Bernhard Potschka |
| Stabliste |
Komplette Stabliste |
| Produktion |
DFF |
| Darsteller |
Thomas Lawincky (Karl «Kalle» Fischer) · Jens Knospe (Helmut Schröder) · Cathlen Gawlich (Birgit Wagner, Freundin von Karl Fischer) · Matthias Poppe (Kai, Freund von Kalle) · Jens-Uwe Bogadtke (Herr Arnold, Sportlehrer) · Astrid Bless (Adelheid Sanders, Angestellte im Reisebüro, Freundin von Christian Thanner) · Gerd Preusche (Dr. Fischer, Arzt, Vater von Karl Fischer) · Tana Schanzara (Frau Krause, Nachbarin von Christian Tanner in Duisburg) · Anne Fröhlich (Frau Leonhardt, Sekretärin in der Druckerei) · Regina Brandt (Dagmar, Freundin von Oberkommissar Grawe) · Gerald Schaale (Kriminalbeamter) · Holger Franke (Kriminalbeamter) · Peter Friedrichson (Herr Kreibaum, Kriminalbeamter) · Waltraut Kramm (Kundin in der Sparkasse) · Gerd Blahuschek (Bereichsleiter der Sparkasse) · Erik Veldre (Kunde im Reisebüro) · Wolf Roth (Wilfried Ortner, Druckerei-Besitzer) · Hans-Joachim Brieske (Kriminalbeamter) · Detlef Neuhaus (Kriminalbeamter) · Hasso Hartmann (Kriminalbeamter) · Peter Piepenhagen (Kriminalbeamter) · Peter Fabers (Techniker Videoraum) · Detlef Nier (Fotograf der Kripo) · Willi Schrade (Polizist) · Hans-Jürgen Pabst (Polizist) · Wilfried Pucher (Polizeioberkommissar Hartwig) · Hanna Bechstedt (Angestellte in der Sparkasse) · Hannes Stelzer (Kunde in der Sparkasse) · Raik Singer (Lehrling) · Volkmar Witt (Polizist) · Brigitte Möring (Kassiererin in der Sparkasse) · Brigitte Beier (Kundin in der Sparkasse) · Ortwin Spieler (Kunde in der Sparkasse) |
| Täter |
Infos anzeigen
Birgit, Freundin von Karl Fischer (Cathlen Gawlich) Helmut Schröder (Jens Knospe) Karl Fischer «Kalle» (Thomas Lawincky)
|
| Inhalt |
Umfangreiche Bildseiten im Menü am Ende der Seite.
Der alte «Polizeiruf» ging eigentlich mit seiner 153. Folge, «Thanners neuer Job», zu Ende. Dieser Schluß ist tragisch: Hauptkommissar, früher Hauptmann, Fuchs verläßt sein Büro. Er ist müde, erschöpft, sein Gang schleppend. Er geht aus dem Bild. Die Tür zwischen Büro und Korridor bleibt offen, wir sehen den leeren Gang, über das «eingefrorene» Filmbild läuft der Abspann. Der Kollege aus Duisburg hat das Ostberliner Revier «für einige Zeit» übernommen. Die «Brüder» im Osten sollen von ihm lernen, der doch selbst von diesem seltsamen Landstrich jenseits des Potsdamer Platzes keine Ahnung und vor dem «neuen Job», wenn er denn ehrlich ist (und Thanner ist immer ehrlich), einige Angst hat, weshalb er auch nicht in den Osten übersiedelt, sondern lieber im vertrauten Westen lebt. Alles schaut auf den «Neuen», der jedoch in seinem ersten Ostberliner Fall - es bleibt sein einziger - nicht weniger versagt als Fuchs. «Thanners neuer Job» ist ein Abgesang auf die alte Krimireihe. Die Zeit, da sich die freundlichen Fernsehkriminalen mit verängstigten Gelegenheitsverbrechern beschäftigten, ist in West wie Ost mit der unverhofften Einheit endgültig vorbei. Fuchs resigniert, als ihn ehemals brave «Jugendfreunde» aus gutem sozialistischem Hause als Geisel in die Mangel nehmen und seinen Mahnworten mit bösem Hohn begegnen. Sie glauben keinem mehr, weder den Moralpredigern von gestern noch den Heilsbringern von heute. Sie trauen nicht einmal mehr einander. Der Lauf der jüngsten deutschen Geschichte hat alle Wertvorstellungen, mit denen sie aufgewachsen sind, gründlich umgestülpt: Der GST-Ausbilder von einst trainiert nun eine neonazistische «Wehrsportgruppe», die Musterdemokraten aus dem Westen, die dem Osten beim Aufschwung zum versprochenen blühenden Landschaftspark uneigennützige Hilfe zu leisten versprachen, entpuppen sich als rechtsextremistische Dunkelmänner. Die neudeutsche Hauptstadt «ohne Mauer und Stacheldraht» bleibt in «West» und «Ost» geteilt, nur das Verbrechen entwickelt sich jetzt ohne Grenzen - grenzenlos. Fuchs, an den Kachelofen im Versteck der postrevolutionären Kindergeneration gefesselt, kann in seiner Angst die desillusionierten «Kids» lediglich mit Strafmilderung zu locken versuchen. Er hat nie gelernt, mit diesen jungen Leuten überzeugend zu reden. Sein Appell entlockt «unseren bösen Kindern» - so der Titel eines Dokumentarfilms aus dieser Zeit - ein höhnisches Lachen. Ihren Westboß bringen sie um, und Fuchs wird gedemütigt. Er jedenfalls hat am Ende verstanden, daß er in der schönen neuen Krimiwelt nichts mehr verloren hat, zieht die Konsequenzen und geht. Seine früheren Genossen bleiben vorerst und ermitteln weiter, bald auch wieder selbständig und ohne westdeutschen Aufsichtsbeamten. Quelle: Peter Hoff ______
Hierzu die Stellungnahme des Drehbuchautoren: «Bei der Entwicklung der Geschichte und der sich darin entfaltenden Rollen folgte ich einerseits einer Spannungsdramaturgie und andererseits der jeweiligen Ausstrahlung, die mir die vorgesehenen Schauspieler vermittelten. Der Abschied von Fuchs stand fest. Ohne Zugang zum DDR Fernsehen habe ich möglicherweise die Bedeutung Peter Borgelts in der DDR nicht angemessen gewürdigt, was ich nachträglich bedauerlich fände. Die Produktion sollte aber auch den in der DDR so populären Protagonisten dem Westpublikum näherbringen. Die Situation allerdings, dass ein oberschlauer Wessi einen verdienten Ossi verdrängt, der vorher gequält und gedemütigt worden war, schien mir Teile der Wirklichkeit widerzuspiegeln, und der wortlose Abschied des Ossis eine stolze und würdevolle Reaktion auf diese übermächtige Wirklichkeit zu sein.» Quelle: Veith von Fürstenberg (Juni 2009) |
| Länge |
88 Minuten |
| Technik |
35 mm col Lichtton |
| Drehort/zeit |
Berlin Drehzeit: 08.07.1991 bis 16.08.1991 |
Bemerkung / Musiktitel |
Arbeitstitel: «Tag der Verlorenen / Thanner in Berlin» Zuschauerbeteiligung: nicht notiert
Die DFF-Länderkette beschloß ihr Programm am 31.12.1991 mit der Silverstershow «Auf ein Neues». Zum Jahreswechsel wurde das Fernsehen der ehemaligen DDR ohne alle Einschränkung von den neuen Anstalten abgelöst.
Die wenigen verbliebenen Fernsehzuschauer, die dem «Polizeiruf 110» bis zum 22. Dezember 1991 treu geblieben waren, werden nach dieser Folge gedacht haben: «Es ist vorbei. - Gut, daß es vorbei ist...!» |
Fuhrpark / RFT-Geräte |
|
Sendungen |
22.12.1991 ARD · 15.07.1992 ARD · 21.03.1994 MDR · 03.10.1994 NDR · 24.10.1994 ARD · 15.09.1995 SFB · 29.01.1996 NDR · 29.06.1996 MDR · 06.09.1997 ORB · 11.09.1998 SFB · 18.10.2000 MDR · 06.10.2001 ORB · 05.01.2004 RBB · 13.04.2004 MDR · 12.05.2004 RBB · 09.11.2006 NDR · 15.09.2007 MDR · 15.04.2008 MDR · 08.06.2009 RBB · |
|
 |
 |
 |
 |
|