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124 · Flüssige Waffe
18.12.1988
Klaus Gendries (Hauptmann Reger) · Jörg Hengstler (Unterleutnant Becker)
Bildkommentar bei Maus-Berührung
Bild-Quelle: Screenshot aus obigem Film. · ©: MDR, NDR, RBB. [Mehr]
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| Regie |
Helmut Krätzig |
| Buch |
Helmut Krätzig |
| Vorlage |
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| Kamera |
Wolfram Beyer |
| Schnitt |
Renate Müller · Bärbel Wehran |
| Musik |
Hartmut Behrsing · Karl-Ernst Sasse |
| Stabliste |
Komplette Stabliste |
| Produktion |
DDR-FS |
| Darsteller |
Jenny Gröllmann (Marlies Bühler, Kindergärtnerin) · Ulrich Mühe (Herr Kegel, Schlosser, Patient in der Trinkerheilanstalt) · Renate Reinecke (Dorothee Bühler, Künstlerin, Schwester von Herrn Bühler) · Angelika Perdelwitz (Xenia Peters, Patientin in der Trinkerheilanstalt) · Henry Hübchen (Herr Wiesmeier alias Pückler) · Frank Schenk (Herr Bühler, Ex-Mann von Marlies Bühler) · Hildegard Alex (Frau Behner) · Günter Junghans (Herr Schmalstich) · Gerd Grasse (Therapeut in der Trinkerheilanstalt) · Wolfgang Hosfeld (Herr Keil alias Schwarz, Weiß) · Ulrike Kunze (Leutnant Evelyn Lebus) · Manfred Richter (Patient in der Trinkerheilanstalt) · Gert-Hartmut Schreier (Schulz II, Patient in der Trinkerheilanstalt) · Klaus Tilsner (Frieder, Arbeiter in der Schlosserei) · Gertraut Last (alte Frau) · Wera Paintner (Verkäuferin in der Kaufhalle) · Günter Drescher (Meister in der Schlosserei) · Christine Strelau (Ilona, junge Frau vor dem Tanzlokal) · Iris Bohnau (Frau Heinze, Geschädigte) · Margret Allner-Ludwig (Frau Tschablewski, Leiterin der Kaufhalle) · Rudolf Trommer (Pfarrer der «Trinitatis-Kirche») · Holger Franke (Kriminalist) · Helmut Krätzig («Tonne», Anstaltstrottel) · Tina Hartmann (Tina Bühler, Tochter von Marlies Bühler und Herrn Bühler) |
| Täter |
Infos anzeigen
Xenia Peters, Patientin in der Trinkerheilanstalt (Angelika Perdelwitz) Herr Wiesmeier alias Pückler (Henry Hübchen) Dorothee Bühler, Künstlerin, Schwester von Herrn Bühler (Renate von Wangenheim) Herr Keil alias Schwarz alias Weiß (Wolfgang Hosfeld)
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| Inhalt |
Umfangreiche Bildseiten im Menü am Ende der Seite.
Krätzig, der selbst wieder eine kleine Rolle in seinem Film übernommen hat, «Tonne», den Anstaltstrottel der Psychiatrie, hat seinen Film dramaturgisch anspruchsvoll angelegt. Die Hauptgestalten Kegel und sein Widersacher Wiesmeier (Henry Hübchen) sind beide psychisch anfällige Charaktere. Kegel ist zum Trinker geworden und dann als «Beschaffungskrimineller» dank seiner handwerklichen Geschicklichkeit Helfer anderer Krimineller, die mit den von ihm gefeilten Nachschlüsseln Einbrüche unternehmen. Wiesmeier ist Sexualstraftäter. Gleich zu Anfang gerät er in eine Falle der Polizei, als er mit einem Kumpan eine hübsche junge Anhalterin mitnimmt und zu vergewaltigen versucht. Die Frau aber ist Leutnant der Kriminalpolizei. Wiesmeier, der sich «Pückler» nennt, und sein Spannemann Keil («Weiß») werden von der Polizei verfolgt und abgehört. Als sie gestellt werden, gelingt Wiesmeier die Flucht. Hauptmann Reger (Klaus Gendries) wird von Kegel, den er seinerzeit festgenommen hat, angesprochen. Kegel hat seine Resozialisierung fast abgeschlossen, da bittet ihn Wiesmeier, den er nicht kennt, darum, er solle ihm einen Nachschlüssel feilen. Kegel erscheint dies verdächtig, deshalb vertraut er sich Reger an. Die Suche nach Wiesmeier und der von diesem gewaltsam herbeigeführte Rückfall Kegels laufen als Handlungen im Film parallel. Die Bedeutung der Partnerschaft für den Erfolg der Therapie wird mehrfach angesprochen. So erleidet Schulz II (Gert-Hartmut Schreier) nach der Entlassung aus der Klinik einen Rückfall, weil ihm das familiäre Umfeld für die Resozialisierung fehlt. Kegel beschwört seine frühere Gefährtin Xenia Peters (Angelika Perdelwitz), von ihm abzulassen, da zwei Alkoholiker miteinander nie den Entzug bewältigen können, und der Therapeut rät Kegel am Ende dringend, die Beziehung zu Marlies und ihrem Kind aufrechtzuerhalten, auch im Interesse der Resozialisierung. Xenia demonstriert die weibliche Variante der Beschaffungskriminalität bis hin zur (in der DDR sonst geleugneten) Prostitution für Alkohol und Tabletten. In einer Szene kurz vor dem Ende des Films führt Xenia, wenn sie Wiesmeier um Alkohol anbettelt, vor, was der Therapeut wenig später als Wirkung des Rückfalls beschreibt: «Mit dem Rückfall ist es so wie mit einer Schwangerschaft: Es ist gleich, ob er durch Neigung oder Zwang zustande kommt. Rückfall heißt Verlust des Selbstwertgefühls und verheerende psychische Folgen.» - Xenia bietet sich in dieser Szene Wiesmeier hektisch stammelnd an, während sie sich auszieht: «Kannst mit mir machen, was du willst... willst du mein Baby sein... willst du meine Brust... willst du meinen Schoß... du kannst auch schlimm sein... willst du schlimm sein...» Selbst Wiesmeier erhält die Möglichkeit, sich in seinem psychischen Leiden als Erotomane zu erklären, auch dies wieder aus einer höchst dramatischen Szene entwickelt. Wiesmeier verlangt von dem durch den Entzug des Alkohols wahnsinnigen Kegel: «Los, knie nieder, mach bitte-bitte!» Und versichert dem so Gedemütigten: «Ich will dich nicht kränken! Weiber kränke ich! Weiber sind mies! Meine Mama war mies! Immer nur Kerle! Mann, war die mies...!» Und Xenia sagt über Wiesmeier in den wenigen klaren Momenten, die sie, die offenbar die Entziehung nicht bewältigt, hat: «Wiesmeier ist 'n armer Hund! Was glauben Sie, wie dankbar der für 'n bißchen Liebe ist! Das hat die Dorothee doch ausgenützt...» Quelle: Peter Hoff |
| Länge |
84 Minuten |
| Technik |
35 mm col Lichtton |
| Drehort/zeit |
Berlin · Antoniuskirche Berlin-Oberschöneweide · Strausberg-Vorstadt, Bahnhofsplatz · Strausberg, Große Straße · Pfaffendorf Drehzeit: 05.01. bis 05.03. und 05.04. bis 08.04.1988 |
Bemerkung / Musiktitel |
Zuschauerbeteiligung: 37,7 %
«Flüssige Waffe» erhielt 1989 den Kritikerpreis «Die große Klappe» und wurde damit als bester DDR-Gegenwartsbeitrag der Fernsehdramatik 1988 von der Sektion Theorie und Kritik des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden in der DDR ausgezeichnet.
Rund anderthalb Jahre nach «Unheil aus der Flasche» greift Helmut Krätzig als Autor und Regisseur das Thema der Verbindung von Alkoholabhängigkeit und Anfälligkeit für kriminelle Handlungen ein zweites Mal auf. Der Titel des Films ist plakativ: «Flüssige Waffe.» Den erzieherischen Schlußappell überträgt er diesmal dem Therapeuten (wieder, wie schon in «Unheil aus der Flasche», dargestellt von Gerd Grasse), das Happy End ist nicht sehr stabil. Der alkoholkranke Kegel (Ulrich Mühe), der gewaltsam zum Rückfall genötigt wurde, um ihn für ein Verbrechen mißbrauchen zu können, wendet sich an seine Lebensgefährtin Marlies Bühler (Jenny Gröllmann diesmal in der Rolle der Helferin) und macht ihr die vagen Erfolgschancen seiner Entziehungstherapie klar: «Es wird noch etwas dauern...» Marlies: «Wir haben doch Zeit...» Kegel: «Vielleicht schaffe ich es nicht...» Marlies: «Du mußt es schaffen! Vielleicht wird alles gut...» «Vielleicht...» - So wenig erfolgsoptimistisch war der «Polizeiruf» noch nie zuvor gewesen. Aber hier war Erfolg eben auch nicht zu erzwingen. Auch die Besetzung der Hauptrolle mit Ulrich Mühe, einem Star des DDR-Films und -Fernsehens der achtziger Jahre, unterstreicht das Gewicht, das diesem Film beigemessen wurde, denn Alkoholmißbrauch und Alkoholkrankheit waren sozial bedingte Leiden, die in der DDR nicht geleugnet werden konnten. Wie vordem schon Jenny Gröllmann (Mühes damalige Lebensgefährtin) in «Unheil aus der Flasche» führt auch Mühe in «Flüssige Waffe» die Stadien der Alkoholkrankheit schmerzhaft realistisch vor. Auch das Aufeinandertreffen mit Henry Hübchen führt zu großen schauspielerischen «Nummern» der beiden Darsteller. Quelle: Peter Hoff |
Fuhrpark / RFT-Geräte |
Diesellok, Baureihe 112 · Nr. 112 748-9 · Beheimatung Frankfurt/Oder Lada 2105 · IMW 4-81 · gestohlenes Fahrzeug Ford Escort · IRA 0-37 · Auto von Dorothee Bühler Trabant 601 Kombi · IJU 4-67 · Auto von Marlies Bühler Wartburg 353W · ? · Einsatzwagen der K Skoda 105 · IU 38-62 · Einsatzwagen der K |
Sendungen |
18.12.1988 DDR1 · 19.12.1988 DDR1 · 21.07.1992 MDR · 13.02.1994 3sat · 19.09.1994 NDR · 13.10.1995 SFB · 22.11.1997 MDR · 30.01.1998 SFB · 26.03.2001 SFB · 08.06.2002 ORB · 21.06.2003 ORB · 18.07.2003 NDR · 11.08.2003 RBB · 23.09.2003 MDR · 17.07.2007 MDR · 26.07.2007 RBB · 21.07.2008 RBB · 28.02.2010 HR · |
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