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056 · Die letzte Chance
22.10.1978
Peter Borgelt (Hauptmann Peter Fuchs) · Sigrid Göhler (Leutnant Vera Arndt)
Bildkommentar bei Maus-Berührung
Bild-Quelle: Screenshot aus obigem Film. · ©: MDR, NDR, RBB. [Mehr]
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| Regie |
Helmut Krätzig |
| Buch |
Helmut Krätzig |
| Vorlage |
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| Kamera |
Helmut Borkmann |
| Schnitt |
Bert Schultz |
| Musik |
Puhdys: «Doch die Gitter schweigen» |
| Stabliste |
Komplette Stabliste |
| Produktion |
DDR-FS |
| Darsteller |
Henry Hübchen (Gerd Paulus alias Dr. Bütow, Straßenverkäufer) · Simone von Zglinicki (Elfi Bösler, Elektromontiererin) · Regina Beyer (Ursula, Physiotherapeutin in der Poliklinik) · Otto Mellies (Dr. Leopold Mauser, Arzt) · Mathilde Danegger (Frau Mauser, Mutter von Dr. Mauser) · Hildegard Alex (Rosalinde Binetti, Sängerin) · Manfred Richter (Kriminalist Meisinger) · Klaus Nietz (Kriminalist Böller) · Harald Warmbrunn (Feuerwehrhauptmann Berg) · Horst Weinheimer (Hans Erich Franzke, ehemaliger Häftling) · Rudolf Ulrich (Bauarbeiter) · Susanne Düllmann (Mitarbeiterin der Klinik) · Ulrike Hanke-Hänsch (Nachbarin von Elfie Bösler) · Sonja Hörbing (Kaufhausdiebin) · Janina Hartwig (Kundin / junges Mädchen) · Ruth Glöß (Sekretärin im Krankenhaus) · Heinrich Schramm (ABV) · Hans Schmidt (Herr Holzknecht, Laubenpieper) · Helmut Krätzig (Straßenhändler) · Elke Brosch (Maskenbildnerin) · Wiebke Fuhrken (Reinigungskraft im Krankenhaus) · Ernst Günther (Mann im Kittel) · Harald Moszdorf (Conferencier) · Irmgard Potthoff (Nachbarin) · Christel Amlung-Presson (Nachbarin) · Manfred Mosblech (Gerd Heidemann, Chauffeur der K) |
| Täter |
Infos anzeigen
Gerd Paulus alias Dr. Bütow, Straßenverkäufer (Henry Hübchen)
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| Inhalt |
Umfangreiche Bildseiten im Menü am Ende der Seite.
Die Handlung beginnt an jenem Punkt, an dem ein Krimi normalerweise endet, bei der Verfolgung und Verhaftung des Täters. Verfolgt von Polizisten in Uniform und Zivil, stürmt ein junger Mann die Treppen in einem Bürogebäude hinauf. Er gelangt auf das Dach und droht den nachkommenden Polizisten, unter ihnen Hauptmann Fuchs, sich hinabzustürzen, wenn sie sich ihm nähern sollten. Fuchs verpflichtet seine Leute zur Vorsicht, ruft die Feuerwehr und läßt Vera Arndt holen, «Sie hat Psychologie studiert!» - Dieser Vorgang, den jungen Mann, Gerd Paulus (wieder Henry Hübchen in der Rolle des vom rechten Wege abgekommenen Jungen aus «gutem Hause»), einen ehemaligen Medizinstudenten, der seinen Lebensunterhalt mit Hilfe von Betrügereien bestritten hat, von seiner gefährlichen Position am Rande des Daches wegzulocken, dauert während der gesamten Filmhandlung an. In diese Handlung ist als Abfolge von Rückblenden die Verbrechenskarriere von Paulus eingebettet. Gerd Paulus ist der Sohn des Chefarztes einer großen Klinik. Als sein Sohn wegen Leistungsschwächen vom Studium relegiert wird, bricht der Vater demonstrativ den Kontakt zu ihm ab. Allerdings wird der Sohn auch als arrogant und wenig bereit gezeigt, sich durch gesellschaftlich nützliche Arbeit sozial zu rehabilitieren. Körperlich schwere oder schmutzige Arbeit lehnt er ab: «Ich habe nicht achte Klasse, ich habe Abitur!» ist seine mehrfach wiederholte Begründung. Er kriecht bei der jungen, alleinerziehenden Mutter Elfie Bösler (die junge Simone von Zglinicki) unter, einer Arbeiterin, die ihm eine Stellung in ihrem Betrieb besorgen will. Aber Paulus ist sich klar darüber, daß er als «Ungelernter» nur wieder eine anstrengende Hilfsarbeit zugewiesen bekommt. Er hat eine Idee - «Ideen haben auch ihren Wert» -, schmeißt sich «in Schale» und geht «anschaffen»: Er gibt sich im Centrum-Warenhaus am Berliner Alexanderplatz als Kaufhausdetektiv aus und kassiert von gutbetuchten Damen, die Luxuskleidungsstücke oder Schuhe «mitgehen» lassen, «Bußgelder». Paulus lernt hier unter anderen die junge Geliebte (Regina Beyer) eines älteren erfolgreichen Arztes (Otto Mellies wieder einmal in der Rolle des graumelierten Verführers) kennen, der er massiv nachsteigt, als das resolute Arbeitermädchen Elfie ihn hinauswirft: «Hör endlich auf mit deinen Spinnereien!» Er gibt sich der jungen Frau gegenüber als Psychologe Dr. Bütow aus, wobei allerdings der Schwindel sehr bald platzt, als er auf den Arzt trifft, der ihn mit einem lateinischen Sprichwort, das Paulus nicht versteht und auf das er nicht antworten kann, überführt. Worauf Paulus auf Rache sinnt, sich als Monteur des Elektrizitätswerkes über die schon etwas wunderliche Mutter des Doktors (Mathilde Danegger, die große alte Dame des Deutschen Theaters in Berlin) Einlaß in dessen Villa verschafft und unter dem Vorwand, die Leitungen überprüfen zu wollen, die alte Frau im Keller beschäftigt, währenddessen er in den oberen Geschossen die Grafiksammlung des Arztes, Visitenkarten und einen Rezeptblock stiehlt. Von nun an verlegt sich Paulus auf eine neue Hochstapelei: er spielt gegenüber der alkohol- und tablettenabhängigen «Stimmungssängerin und Soubrette» Rosalinde Binetti (Hildegard Alex von der Berliner Volksbühne - schön und ordinär) den Mediziner, verschreibt ihr leichtfertig ein Medikament, das er bei seiner herzkranken Freundin Elfie gesehen hatte und bringt die Sängerin damit zum Kollaps und - zumindest beinahe, der Film läßt das Ende dieser Episode offen - ums Leben. Paulus, inzwischen «Spannemann» eines «fliegenden Holländers» (Regisseur Helmut Krätzig in einer Episodenrolle), wird von der Polizei gesucht, die durch die Methode seines Raubes in der Arztvilla, die er von einem Berufsganoven (Horst Weinheimer, zwischen Komik und Ernsthaftigkeit balancierend) abgeschaut hat, auf seine Spur gebracht ist. Paulus flieht - hier schließt sich der Kreis zum Filmanfang - auf das Dach des allen Berlinern und vielen Berlinbesuchern bekannten Gebäudes des Elektro-Apparate-Werks (EAW) Treptow. Am Ende wird Paulus ergriffen, auch wenn er gesprungen wäre, wäre er im Netz gelandet, das die Feuerwehr inzwischen gespannt hatte. Quelle: Peter Hoff |
| Länge |
75 Minuten |
| Technik |
35 mm col Magnetton zweistreifig |
| Drehort/zeit |
Berlin-Treptow · Elektro-Apparate-Werk (EAW) · Kaufhaus am Alexanderplatz · Schmöckwitz Drehzeit: 27.03. bis 12.05.1978 |
Bemerkung / Musiktitel |
Zuschauerbeteiligung: 61,9 % Arbeitstitel: «Gefehlt»
Musik: «Alt wie ein Baum» · Album: Die großen Erfolge · Interpret: Puhdys · 1977 «Doch die Gitter schweigen» · Album: 10 wilde Jahre · Interpret: Puhdys · 1979 · Dieser Titel wurde extra für diesen Film geschrieben. Nach der Sendung wurde das Lied schnell zum Erfolg und man entschloß sich zur Produktion einer Schallplatte.
Mit diesem Film wurde wieder eine neue Strukturierung ausprobiert, denn Routine oder feste, immer wiederkehrende Muster vermieden die Autoren, Dramaturgen und Regisseure der Reihe. Gegen die bundesdeutsche Konkurrenz konnten sie nur mit Originalität bestehen, und sie vertrauten ihren Zuschauern, die auch solche «komplizierten» Strukturen, vor denen Fernseh- und Filmproduzenten heute im Interesse der «Quote» glauben zurückschrecken zu müssen, durchaus annahmen, wenn die Geschichten nur genügend Substanz aufwiesen. Helmut Krätzig läßt seinen Ganoven in der «Exquisit»-Abteilung operieren, wo Waren, die in der DDR hergestellt wurden, aber eigentlich für den Export bestimmt waren, in geringer Stückzahl mit Einverständnis des zumeist «westlichen» potentiellen Importeurs verkauft wurden. Von Walter Ulbricht eingeführt, um den Kaufkraftüberhang der DDR-Bevölkerung abzuschöpfen, hatten sie im Volksmund eine Zeit lang den Namen «Uwubu» - «Ulbrichts Wucher-Buden». Die Verlockung, die aus dem normalerweise wenig eleganten Angebot des Staatlichen Einzelhandels der DDR herausfallenden Kleidungsstücke oder Schuhe zu besitzen, war ebenso groß wie der dafür zu entrichtende Preis, weshalb Diebstähle hier nicht selten waren, wie Gerichtsberichte in DDR-Zeitungen belegen. Bei Krätzig sind es durchweg elegante Damen, die sich aus den Luxusangeboten auf unrechtmäßige Art selbst bedienen. Kurz vor Schluß des Films rechnet Elfie mit Paulus ab: «'ne alleinstehende Frau mit Kind hat es nicht leicht. Die Kollegen denken, die hat schon'n Kind, also weiß sie, wie's geht mit der Liebe, also ist sie gut für schnell mal ins Bett. Du warst nicht für'n schnelles Abenteuer, dachte ich. Und ich hätte mich für dich zerrissen. Aber du bist schlimmer als die schnellen Kollegen. Du hast es erreicht, ich traue keinem mehr!» Quelle: Peter Hoff |
Fuhrpark / RFT-Geräte |
Wartburg 353W Tourist · IU 77-47 · Einsatzwagen der K Wartburg 353W · IP 05-33 · Auto von Dr. Leopold Mauser Barkas B 1000 · IF 83-97 · Krankenwagen |
Sendungen |
22.10.1978 DDR1 · 23.10.1978 DDR1 · 31.07.1982 DDR1 · 14.03.1986 DDR1 · 10.02.1987 NDR · 05.05.1987 HR · 14.02.1988 WDR · 27.10.1989 BR · 15.12.1990 EINS PLUS · 10.04.1993 MDR · 26.10.1993 SFB · 28.08.1994 3sat · 29.09.1995 SFB · 17.04.2000 SFB · 14.02.2002 NDR · 21.05.2002 MDR · 01.07.2002 SFB · 03.09.2004 NDR · 22.11.2005 MDR · 11.08.2009 MDR · |
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